Felix Burda Award 2026: Prävention beginnt lange vor der Diagnose

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Prävention beginnt lange vor der ersten Diagnose. Daran erinnerte der Felix Burda Award 2026, der am Sonntagabend in der Berliner AXICA am Brandenburger Tor verliehen wurde. Unter dem Motto „Prävention verbindet uns“ stand in diesem Jahr nicht die Behandlung von Krankheiten im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie sie verhindert oder möglichst früh erkannt werden können.

Bereits die Eröffnung machte deutlich, welchen Stellenwert Prävention heute in Deutschland einnimmt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eröffnete die Preisverleihung und unterstrich damit die Bedeutung der Vorsorge als zentrale Aufgabe der Gesundheitspolitik.

Schon vor Beginn der Veranstaltung herrschte reges Treiben im Saal. Gäste aus Politik, Wissenschaft, Medizin, Medien und Kultur begrüßten sich, Journalisten führten Interviews und Fotografen hielten die Ankunft der Gäste auf dem roten Teppich fest. Die Bühne war bewusst schlicht gehalten – mit einem großen LED-Bildschirm, dezenten Lichteffekten und dem Logo des Felix Burda Awards. Im Mittelpunkt standen nicht Showelemente, sondern die Menschen und ihre Geschichten.

Zu den Gästen gehörten unter anderem Schauspielerin Uschi Glas und Sportjournalist Marcel Reif. Prominente Namen spielten an diesem Abend jedoch nur eine Nebenrolle. Die Aufmerksamkeit galt den Menschen, die sich seit Jahren für Prävention, Aufklärung und Früherkennung engagieren.

Der Felix Burda Award erinnert an Felix Burda, der bereits in jungen Jahren an Darmkrebs starb. Seine Familie gründete daraufhin die Felix Burda Stiftung, die sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für die Darmkrebsvorsorge einsetzt. Heute gehört sie zu den wichtigsten Organisationen Deutschlands auf diesem Gebiet und hat wesentlich dazu beigetragen, das Bewusstsein für Vorsorgeuntersuchungen zu stärken.

Die diesjährigen Auszeichnungen machten deutlich, wie vielfältig Prävention heute gedacht und umgesetzt wird. In der Kategorie „Engagement des Jahres“ wurde die österreichische Initiative „Darm checken – Leben retten“ ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie „Medizin & Wissenschaft“ erhielt ein Forschungsprojekt zur Früherkennung des Lynch-Syndroms, der häufigsten erblichen Form von Darmkrebs.

Zu den emotionalsten Momenten des Abends gehörte die Verleihung des Ehrenfelix an Ronja Fleckenstein. Nach ihrer eigenen Darmkrebserkrankung engagiert sie sich heute für Aufklärung und die Unterstützung anderer Betroffener. In ihrer Rede sprach sie offen über ihre Erfahrungen und warb dafür, über Krebs und Vorsorge ohne Angst und Vorurteile zu sprechen. Das Publikum dankte ihr mit lang anhaltendem Applaus.

Den Abschluss des offiziellen Programms bildete eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Bundestagsparteien über die Zukunft der Prävention im deutschen Gesundheitswesen. Trotz unterschiedlicher politischer Positionen bestand Einigkeit in einem wesentlichen Punkt: Früherkennung und Vorsorge müssen in den kommenden Jahren weiter gestärkt werden.

Mit der letzten Preisverleihung war der Abend jedoch noch nicht zu Ende. Beim anschließenden „Come Together“ nutzten Gäste aus Medizin, Wissenschaft, Politik und Medien die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In kleinen Gesprächsrunden wurde über neue Projekte, Erfahrungen aus der Praxis und die Zukunft der Prävention diskutiert. Auffällig war, wie selbstverständlich sich die Gesprächsgruppen mischten – Ärztinnen und Ärzte diskutierten mit Politikerinnen und Politikern, Wissenschaftler mit Journalistinnen und Journalisten. Gerade dieser offene Austausch machte deutlich, dass der Felix Burda Award weit mehr ist als eine Preisverleihung.

Er bringt Menschen zusammen, schafft Raum für neue Kontakte und gibt Impulse für gemeinsame Initiativen. Vielleicht ist genau das seine größte Stärke: Nicht nur Auszeichnungen zu vergeben, sondern den Dialog über Prävention fortzuführen – lange nachdem die letzte Trophäe überreicht wurde.

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Berlin. Von Juri Valiulov.